Sozialhilfe neu: Eine Billion Euro Finanzvermögen in Österreich, davon 710 Milliarden Euro bei den 10% der Reichsten – aber Kürzungen bei den Ärmsten – bei Familien, Kindern und Sozialhilfe

Das Finanzvermögen der österreichischen Haushalte macht erstmals eine Billion Euro aus (= 1.000.000.000.000 Euro). Anders ausgedrückt sind das 1.000 Milliarden Euro oder eine Million Millionen Euro (= 1.000.000 Millionen Euro), so eine aktuelle Studie  der Österr. Nationalbank (ÖNB). 

Diese sind aber völlig ungleich verteilt. Zudem nimmt die Sparquote der normal verdienenden Bevölkerung ab, weil diese durch die Reallohnkürzungen und enormen Preissteigerungen der letzten Jahre immer weniger Einkommen zum Leben haben (https://kurier.at/wirtschaft/finanzvermoegen-der-oesterreichischen-haushalte-knackt-billion-marke-sparquote-sinkt/403200071, 22.1012026).

Das Finanzvermögen ist laut Vize-Gouverneurin der ÖNB, Edeltraud Stiftinger, seit 2016 um 60 Prozent gestiegen – bei einer Inflation von 35 Prozent im selben Zeitraum (Kurier, 22.10.2026)

Das reichste Zehntel der Haushalte hat einen Anteil von mehr als 70% am Finanzvermögen, das unterste Zehntel nur  7,4% (https://www.diepresse.com/41382079/haushaltsvermoegen-der-oesterreicher-knackt-erstmals-billionengrenze, 22.10.12026).

Übrigens sind die enormen Preissteigerungen v.a. bei Energie und Lebensmittel sowie die Lohn- und Gehaltsabschlüsse unter der tatsächlichen Inflation Gründe warum die Profite der Konzerne steigen und steigen, die Einkommen der Masse der Bevölkerung immer weniger und immer weniger wert werden (Hintergrund, Gewinninflation: https://www.imk-boeckler.de/de/pressemitteilungen-15992-gewinninflation-in-vier-wirtschaftsbereichen-treibt-teuerung-in-deutschland-erheblich-52307.htm). Damit wird der Reichtum immer mehr und – sichtbar allein schon beim reinen Finanzvermögen  – immer ungleicher verteilt. Laut Finanzmarktaufsicht (FMA) erzielten die Banken 2025 einen Gewinn von 11,8 Milliarden Euro und die Versicherungen steigerten ihr Prämienvolumen auf satte 24,3 Milliarden Euro (https://www.meinbezirk.at/c-wirtschaft/oesterreichs-banken-verdienen-so-viel-wie-nie-zuvor_a8672445, 2.6.2026).

Während also eine Billion Euro da wäre, um durch Besteuerung Milliarden für wichtige und immer notwendiger werdende soziale Maßnahmen einzusetzen, bleiben die Reichen, die Vermögenden und die Konzerne weiterhin unangetastet, wird gleichzeitig gerade bei den Ärmsten gekürzt: bei der Sozialhilfe und bei den Kindern.

Die Regierung wollte doch das Kinderkriegen fördern oder die Kinderarmut bekämpfen. Statt dessen werden die Armen, die Niedrigverdiener:innen (v.a. Frauen und Alleinerziehende) und Kinder bekämpft.

Caritas-Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler verwies schon Ende September 2026 darauf, dass von den rund 205.000 Menschen in der Sozialhilfe (Daten aus 2024) mehr als die Hälfte, 56%, also ca. 115.000 (1), dem Arbeitsmarkt gar nicht zur Verfügung stehen können – dies betreffe etwa Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Pflegeverpflichtungen oder chronisch Kranke. Darüber hinaus mache die Sozialhilfe nur 0,47 Prozent der Staatsausgaben aus. „Wenn wir hier kürzen, sanieren wir sicher kein Budget, sondern wir befeuern Armut und erzeugen gesamtgesellschaftlich hohe Folgekosten“ (https://www.diakonie.at/news-stories/pressemitteilung/caritas-diakonie-und-volkshilfe-warnen-vor-verschlechterungen-bei-sozialhilfe-reform).

Während Caritas, Diakonie, Armutskonferenz, Volkshilfe und andere Sozialorganisationen die „Sozialhilfe neu“ völlig zurecht heftig kritisieren, kommt von ÖGB teilweise Zustimmung, bzw. nur sanfte Kritik. Eine Schande! (https://www.meinbezirk.at/c-politik/jede-menge-kritik-an-der-reform-der-sozialhilfe_a8974485).

ÖGB: „Gewerkschaftsbund begrüßt angekündigte Verbesserungen …“ https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20261022_OTS0214/oegb-zu-sozialhilfe-neu-sozialhilfereform-muss-existenz-sichern-und-perspektiven-schaffen

(proSV – 23.10.2026)

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(1) Hintergrundinfo der CARITAS zur Sozialhilfe (Stand vor den geplanten Kürzungen ab 1.1.2027): https://www.caritas.at/ueber-uns/publikationen/armut-zahlen-und-fakten/sozialhilfe-fakten

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Offizielle Info der Bundesregierung zur Sozialhilfe neu: https://www.bundeskanzleramt.gv.at/bundeskanzleramt/nachrichten-der-bundesregierung/2026/10/integrationsministerin-bauer-menschen-die-wirklich-hilfe-brauchen-bekommen-sie-auch.html

Sozialhilfe neu: Eine Billion Euro Finanzvermögen in Österreich, davon 710 Milliarden Euro bei den 10% der Reichsten – aber Kürzungen bei den Ärmsten – bei Familien, Kindern und Sozialhilfe