Die jüngste „Gesundheitsreform“ vertröstet uns arbeitende Menschen, die die Sozialversicherungsbeiträge erarbeiten und einzahlen, lange Wartezeiten in Kauf nehmen und gegebenenfalls höhere Kosten für Wahlärzte wegen Unterversorgung in Anspruch nehmen müssen, durch den Ausbau von weiteren Primärversorgungs-Zentren (PVZ) auf 300 bis 2030 und neuen 75 Facharzt-Zentren bis 2040!
Die ÖGK-Spitzen wiederum, von der Wirtschaftskammer dominiert, sparen nach der Erhöhung von verschiedenen Selbstbehalten weiter bei den Serviceleistungen für die Patient:innen. So sollen die Zahl der 136 existierenden ÖGK-Servicestellen in Österreich auf die Hälfte verringert werden (Kurier, 20.7.2026). Da soll gespart werden. Dazu muss man wissen, dass die gesamten Verwaltungskosten der ÖGK rund 2% oder 0,43 Milliarden der Ausgaben von 21,8 Milliarden Euro ausmachen. Gleichzeitig werden die Medikamentenkosten, die 20 % oder 4,78 Milliarden Euro ausmachen (siehe ÖGK-Jahresbericht 2025, https://www.oegk.at/cdscontent/load?contentid=10008.808696&version=1784629999) nicht angegriffen. Diese haben sich seit 2022 um jährlich 7 bis 8 % erhöht (siehe SV-Heilmittelreport 2026, https://www.sozialversicherung.at/cdscontent/load?contentid=10008.808639&version=1784020128). Die Medikamentenerzeuger, die Pharmakonzerne, die in Gewinnen schwimmen, drohen regelmäßig mit dem Stopp der Medikamentenlieferungen und diktieren einseitig die Preise. Und die Apotheken, die Verteiler der Medikamente, haben Gewinnspannen von bis zu 20%. Da greift niemand hin. Das wird auch scheints von der ÖGK-Spitze, die von Wirtschafts- und Industrievertretern mit wechselndem SPÖ-Vertreter-Aufputz diktiert wird, nicht in Frage gestellt. So wird das solidarische Sozialversicherungssystem der Arbeiter und Angestellten unterhöhlt, durch die Wirtschaftsfunktionäre in der ÖGK und unter mehr oder weniger Schweigen der SPÖ-Vertreter in der ÖGK zum Bedienungsladen für die Interessen und Gewinne der Pharmaindustrie, Apothekerbranche oder immer mehr private „Gesundheitsanbieter“ (z.B. im REHA-Bereich) gemacht. Die ÖVP-SPÖ-NEOS-Regierung schaut weg und die, die diese Sozialversicherungs“reform“ mit der ÖVP 2018 durchgepeitscht haben, die FPÖ, die sich sonst gerne als „Opposition“ und „Anwalt des kleinen Mannes“ aufspielt, schweigt auch dazu. Wo bleibt der Aufschrei von AK, ÖGB, und den SPÖ-Vertretern in der Regierung?
